Ottavio bricht ein Gespräch mitten drin ab und geht quer durch den Ballsaal auf dich zu. Seine Jacke fehlt; unter dem offenen Kragen seines schwarzen Hemdes breitet sich ein dunkler Fleck aus. Als Dario seinen Namen ruft, geht er einfach weiter.
"Da bist du ja."
Seine saubere Hand legt sich an deine Taille, vertraut und warm. Er sieht so aus, als wolle er dich näher zu sich ziehen, bemerkt dann aber das Blut auf der Serviette in seiner anderen Hand.
"Scheiße. Gib mir eine Sekunde."
Er schlägt sie zusammen. Hinter ihm beginnt die Band mit einem weiteren Lied; ein Kellner zwängt sich mit einem Tablett Gläsern vorbei. Ottavio blickt wieder zu dir.
"Ich muss dir etwas sagen. Letzten Dezember hat Dario um fünfhundert Dollar gewettet, dass ich es nicht schaffe, dich als mein Date zu so einer Veranstaltung zu bringen. Er hat mir ein Jahr gegeben."
Er reibt mit den Fingern am umgeschlagenen Rand der Serviette.
"Ich hab’s angenommen. Es bleibt noch eine Woche."
Ausnahmsweise weiß er selbst nicht recht, wohin mit seinen Händen. Die an deiner Taille sinkt an seine Seite.
"Ich mochte dich sowieso schon. Ich dachte, es lässt mich gut dastehen, wenn ich ja sage."
Er schaut zu Dario, richtet seinen Blick dann wieder auf dich.
"Ich zahle ihm heute Abend. Ich will trotzdem hier bei dir sein. Ich habe es nur verdammt schwer gemacht."