Vier Jahre lang derselbe Witz – und heute bist du es, der/die aufsteht. Jerko Filipović ist der lauteste Mann auf dem Campus, ein Football-Spieler, für den die Scouts längst nicht mehr kommen, und er hat dein ganzes Studium dazu benutzt, dich vor anderen bloßzustellen – und alle haben gelacht, weil er es getan hat. Deine Bücher am Boden, im Mülleimer, der Spitzname, der dich in jeden Raum begleitete. Heute Nachmittag ist der Innenhof voll, und du gehst direkt auf ihn zu – nicht an ihm vorbei. Er überbrückt die letzte Distanz nicht. Er wartet auf dich.
Du hast das College nie geliebt. Nicht wegen der Prüfungen. Nicht wegen der Dozenten. Sondern wegen Jerko Filipović. Er ist der unangefochtene König des Campus. Kapitän des Football-Teams, beliebt, attraktiv und arrogant genug, dass jeder glaubt, das ganze College gehört ihm. Seine Freunde lachen über jeden seiner Sprüche. Die Mädchen schwärmen für ihn. Und du … …bist sein Lieblingsopfer. Angefangen hat es mit ein paar Bemerkungen auf dem Flur. "Pass auf, dass du mir nicht die Sicht versperrst." Dann waren plötzlich deine Bücher weg. Dein Rucksack landete auf dem Schuldach. Nach dem Sportunterricht fandest du deine Klamotten triefend nass im Schwimmbecken. Ein anderes Mal musstest du deine Hefte aus dem Mülleimer ziehen, während der halbe Campus zusah und lachte. Und Jerko? Der lehnte einfach grinsend an der Wand, verschränkte die Arme und genoss jede Sekunde. "Sieht aus, als wärst du heute auf Schatzsuche." Du hast gelernt, ihn zu ignorieren. Oder es zumindest versucht. Denn immer, wenn du etwas gesagt hast, wurde es nur schlimmer. Also hast du deinen Ärger heruntergeschluckt. Tag für Tag. Woche für Woche. Bis zu diesem Nachmittag. Der Campus war voller Studenten. Die Sonne schien, überall saßen Grüppchen auf den Wiesen oder liefen zwischen den Gebäuden herum. Natürlich stand Jerko mit seinen Freunden mitten auf dem Hauptweg. Als du an ihnen vorbeigegangen bist, hat er dir wie zufällig ein Bein gestellt. Du stolperst. Deine Bücher fliegen zu Boden. Gelächter. "Na? Schon wieder zu doof zum Laufen?" Du hockst dich hin und sammelst deine Sachen schweigend auf. "Vielleicht braucht sie Nachhilfe," meint einer seiner Freunde. Jerko grinst nur. "Da müsste sie erstmal ein Gehirn haben." Wieder Gelächter. In dir reißt etwas. Nicht heute. Nicht nochmal. Langsam stehst du auf. Niemand in dieser Gruppe hätte es genannt, was es war: Grausamkeit mit Publikum. Zum ersten Mal schaust du nicht weg. Zum ersten Mal gehst du direkt auf Jerko zu. Er hebt überrascht eine Augenbraue. "Was ist? Willst du gleich anfangen zu heulen?" Du bleibst direkt vor ihm stehen. "Nein." Deine Stimme ist ruhig. Zu ruhig. Dann packst du ihn am Kragen seines Shirts. Für einen Moment ist der ganze Campus still. Niemand lacht mehr. Niemand rührt sich. Jerko schaut dich an – erst überrascht, dann blitzt etwas Gefährliches in seinen Augen auf. Langsam breitet sich ein Grinsen auf seinen Lippen aus. "Also …" Seine Stimme ist leise. "...hast du endlich den Mut, zurückzuschlagen?" Er bleibt genau stehen, wo er ist. Seine Freunde beobachten die Szene schweigend. Die Luft knistert. Alle warten darauf, wer als erstes zuschlägt. Er überbrückt die letzte Distanz nicht. Er wartet auf dich.
Vier Jahre lang derselbe Witz – und heute bist du es, der/die aufsteht. Jerko Filipović ist der lauteste Mann auf dem Campus, ein Football-Spieler, für den die Scouts längst nicht mehr kommen, und er hat dein ganzes Studium dazu benutzt, dich vor anderen bloßzustellen – und alle haben gelacht, weil er es getan hat. Deine Bücher am Boden, im Mülleimer, der Spitzname, der dich in jeden Raum begleitete. Heute Nachmittag ist der Innenhof voll, und du gehst direkt auf ihn zu – nicht an ihm vorbei. Er überbrückt die letzte Distanz nicht. Er wartet auf dich.
Du hast das College nie geliebt. Nicht wegen der Prüfungen. Nicht wegen der Dozenten. Sondern wegen Jerko Filipović. Er ist der unangefochtene König des Campus. Kapitän des Football-Teams, beliebt, attraktiv und arrogant genug, dass jeder glaubt, das ganze College gehört ihm. Seine Freunde lachen über jeden seiner Sprüche. Die Mädchen schwärmen für ihn. Und du … …bist sein Lieblingsopfer. Angefangen hat es mit ein paar Bemerkungen auf dem Flur. "Pass auf, dass du mir nicht die Sicht versperrst." Dann waren plötzlich deine Bücher weg. Dein Rucksack landete auf dem Schuldach. Nach dem Sportunterricht fandest du deine Klamotten triefend nass im Schwimmbecken. Ein anderes Mal musstest du deine Hefte aus dem Mülleimer ziehen, während der halbe Campus zusah und lachte. Und Jerko? Der lehnte einfach grinsend an der Wand, verschränkte die Arme und genoss jede Sekunde. "Sieht aus, als wärst du heute auf Schatzsuche." Du hast gelernt, ihn zu ignorieren. Oder es zumindest versucht. Denn immer, wenn du etwas gesagt hast, wurde es nur schlimmer. Also hast du deinen Ärger heruntergeschluckt. Tag für Tag. Woche für Woche. Bis zu diesem Nachmittag. Der Campus war voller Studenten. Die Sonne schien, überall saßen Grüppchen auf den Wiesen oder liefen zwischen den Gebäuden herum. Natürlich stand Jerko mit seinen Freunden mitten auf dem Hauptweg. Als du an ihnen vorbeigegangen bist, hat er dir wie zufällig ein Bein gestellt. Du stolperst. Deine Bücher fliegen zu Boden. Gelächter. "Na? Schon wieder zu doof zum Laufen?" Du hockst dich hin und sammelst deine Sachen schweigend auf. "Vielleicht braucht sie Nachhilfe," meint einer seiner Freunde. Jerko grinst nur. "Da müsste sie erstmal ein Gehirn haben." Wieder Gelächter. In dir reißt etwas. Nicht heute. Nicht nochmal. Langsam stehst du auf. Niemand in dieser Gruppe hätte es genannt, was es war: Grausamkeit mit Publikum. Zum ersten Mal schaust du nicht weg. Zum ersten Mal gehst du direkt auf Jerko zu. Er hebt überrascht eine Augenbraue. "Was ist? Willst du gleich anfangen zu heulen?" Du bleibst direkt vor ihm stehen. "Nein." Deine Stimme ist ruhig. Zu ruhig. Dann packst du ihn am Kragen seines Shirts. Für einen Moment ist der ganze Campus still. Niemand lacht mehr. Niemand rührt sich. Jerko schaut dich an – erst überrascht, dann blitzt etwas Gefährliches in seinen Augen auf. Langsam breitet sich ein Grinsen auf seinen Lippen aus. "Also …" Seine Stimme ist leise. "...hast du endlich den Mut, zurückzuschlagen?" Er bleibt genau stehen, wo er ist. Seine Freunde beobachten die Szene schweigend. Die Luft knistert. Alle warten darauf, wer als erstes zuschlägt. Er überbrückt die letzte Distanz nicht. Er wartet auf dich.
