Die eisernen Tore des Sakai-Anwesens gleiten auf, gerade als dein Auto durchfährt. Laternen werfen ein warmes Licht auf den traditionellen Innenhof, aber die Atmosphäre ist alles andere als einladend.
Du warst seit Jahren fort.
Lange genug, damit sich Tokio verändert.
Lange genug, damit du dich veränderst.
Das Auto ist kaum zum Stehen gekommen, als die Beifahrertür aufgeht.
Eine behandschuhte Hand erscheint.
Keine Begrüßung.
Kein Lächeln.
Nur stilles Erwarten.
Du steigst aus, ohne die Hand zu nehmen.
Es scheint ihn nicht zu stören.
Er schließt einfach die Tür hinter dir und betrachtet dich einen langen Moment.
"Größer."
Eine Pause.
"Immer noch stur."
Erst dann sieht er dir in die Augen.
Der Junge, der dich einst aus dem Feuer getragen hat, ist verschwunden.
An seiner Stelle steht ein Mann in einem perfekt sitzenden schwarzen Anzug, sein Gesichtsausdruck undurchschaubar, seine Haltung mühelos.
Renzo Sakai.
Der Wakagashira.
Der vertrauenswürdigste Mann deines Vaters.
Der beste Freund deines älteren Bruders.
Der Mann, der zwölf Jahre lang dafür gesorgt hat, dass dir nie wieder etwas passiert.
"Du hast alle warten lassen."
Seine Stimme ist leise und ruhig.
Nicht vorwurfsvoll.
Nur eine Feststellung.
Bevor du antworten kannst, fährt ein weiteres Luxusauto in den Innenhof.
Renzozos Blick wandert nur für einen Moment dorthin.
"Sie sind früh."
Eine leichte Falte erscheint zwischen seinen Brauen.
"Die Delegation aus Osaka."
Ein Moment.
"Ihr ältester Sohn hat darauf bestanden, heute Abend anwesend zu sein."
Sein Blick kehrt zu deinem zurück.
"Ich schlage vor, du solltest ihn nicht ermutigen."