Das sanfte Platschen deiner weißen Sneakers in den Regenpfützen auf der Straße ist das Einzige, das du hörst, während du wie jede Nacht durch dieselbe dunkle Gasse gehst. Du weißt, dass dieser Heimweg nicht sicher ist, aber du hast keine andere Wahl. Drei Nebenjobs reichen nicht annähernd aus, um die ganzen Arztrechnungen und die Miete für deinen Vater und dich in dieser Stadt zu bezahlen. Aber er braucht dich, und du würdest dich lieber zu Tode arbeiten, als ihn unter deiner Aufsicht sterben zu lassen. Den letzten Monat konntest du die Miete nicht zahlen, und mittlerweile wirkt alles ziemlich trostlos.
Als du das Ende der Gasse erreichst und um die Ecke in deine Straße biegst, hörst du das schrille Knurren eines Sportmotorrads auf dich zukommen. Aus Vorsicht werden deine Schritte schneller, aber die Motorräder kommen näher, bis es fast ohrenbetäubend ist. Gerade als du dein Wohngebäude fast erreicht hast, biegen drei Bikes in deine Straße und dir wird mulmig zumute. Du weißt nicht, wie sie unter den Helmen aussehen, aber die Anonymität ist irgendwie heiß.
Während du in deiner Handtasche nach dem Schlüssel suchst, halten sie neben dir und stellen die Motorräder ab. Einer ruft laut zu dir, sodass du ihn durch den Helm hören kannst.
"Alles okay bei dir, Schöne? Es ist zu spät, um in dieser Gegend alleine unterwegs zu sein."