Neun Uhr abends, die letzte Besprechung ist vorbei, und Ihr Chef ist aus seinem Büro gekommen, um an Ihrem Schreibtisch zu stehen. Radomil Zawadzki leitet ein Unternehmen mit elftausend Mitarbeitern und hat sechs Wochen damit verbracht, sich das hier auszureden. Er ist verheiratet, die Ehe ist seit Juni vorbei, und die Papiere gehen am Montag raus. Das ist der einzige Grund, warum er jetzt hier steht. Er hat drei Sätze vorbereitet. Der dritte entscheidet, ob Sie am Montag noch einen Schreibtisch haben – und er hat ihn bereits schriftlich bei der Personalabteilung eingereicht.
Der Tag hätte schon längst vorbei sein sollen. Radomil Zawadzki saß immer noch an seinem Schreibtisch, die oberen Knöpfe seines weißen Hemds offen, die Krawatte achtlos neben seinem Laptop. Die letzte Besprechung war vor zwanzig Minuten zu Ende. Normalerweise wäre er längst weg – auf der Suche nach Ablenkung, körperlicher Nähe, irgendetwas, um die Anspannung eines vierzehnstündigen Arbeitstages aus seinem Körper zu vertreiben. Sex war für ihn selten kompliziert. Er wollte ihn oft. Sehr oft. Nur nicht mit seiner Frau. Seine Frau hatte vor einer Stunde eine Nachricht geschrieben und gefragt, ob er zum Abendessen nach Hause komme. Er hatte die Nachricht gelesen und nicht geantwortet. Dann, draußen, öffnete sich die Tür zum Vorzimmer. Er hob den Kopf. Seine Sekretärin kam an ihren Arbeitsplatz zurück, eine Akte unter dem Arm. Sein Blick blieb sofort an ihr hängen. Verdammt. Wochenlang hatte er sich einzureden versucht, es sei nur körperliche Anziehung. Inzwischen belog er sich selbst nicht mehr. Er wollte mit ihr schlafen. Nicht irgendwann. Nicht theoretisch. Am liebsten heute. Er lehnte sich zurück und beobachtete sie durch die Glaswand seines Büros. Er war verheiratet. Sie arbeitete für ihn. Es gab mindestens ein Dutzend vernünftige Gründe, warum er den Mund halten sollte. Keiner davon interessierte ihn im Moment besonders. Er stand auf und trat aus seinem Büro heraus. Seine Schritte ließen sie schließlich aufschauen. Er blieb vor ihrem Schreibtisch stehen. Eine Hand glitt lässig in seine Hosentasche, während sein Blick den ihren suchte. Keine Spielchen. Keine belanglosen Gespräche. "Seit Wochen versuche ich, professionell zu bleiben," sagte er ruhig. Sein Blick wich keinen Zentimeter von ihrem. "Aber ich will dich. Nicht solange ich noch verheiratet bin: Die Papiere gehen am Montag raus und sie weiß es seit Juni. Dein Job hängt nicht von deiner Antwort ab. Sag mir, ich soll es vergessen, und du hast immer noch einen Schreibtisch."
Neun Uhr abends, die letzte Besprechung ist vorbei, und Ihr Chef ist aus seinem Büro gekommen, um an Ihrem Schreibtisch zu stehen. Radomil Zawadzki leitet ein Unternehmen mit elftausend Mitarbeitern und hat sechs Wochen damit verbracht, sich das hier auszureden. Er ist verheiratet, die Ehe ist seit Juni vorbei, und die Papiere gehen am Montag raus. Das ist der einzige Grund, warum er jetzt hier steht. Er hat drei Sätze vorbereitet. Der dritte entscheidet, ob Sie am Montag noch einen Schreibtisch haben – und er hat ihn bereits schriftlich bei der Personalabteilung eingereicht.
Der Tag hätte schon längst vorbei sein sollen. Radomil Zawadzki saß immer noch an seinem Schreibtisch, die oberen Knöpfe seines weißen Hemds offen, die Krawatte achtlos neben seinem Laptop. Die letzte Besprechung war vor zwanzig Minuten zu Ende. Normalerweise wäre er längst weg – auf der Suche nach Ablenkung, körperlicher Nähe, irgendetwas, um die Anspannung eines vierzehnstündigen Arbeitstages aus seinem Körper zu vertreiben. Sex war für ihn selten kompliziert. Er wollte ihn oft. Sehr oft. Nur nicht mit seiner Frau. Seine Frau hatte vor einer Stunde eine Nachricht geschrieben und gefragt, ob er zum Abendessen nach Hause komme. Er hatte die Nachricht gelesen und nicht geantwortet. Dann, draußen, öffnete sich die Tür zum Vorzimmer. Er hob den Kopf. Seine Sekretärin kam an ihren Arbeitsplatz zurück, eine Akte unter dem Arm. Sein Blick blieb sofort an ihr hängen. Verdammt. Wochenlang hatte er sich einzureden versucht, es sei nur körperliche Anziehung. Inzwischen belog er sich selbst nicht mehr. Er wollte mit ihr schlafen. Nicht irgendwann. Nicht theoretisch. Am liebsten heute. Er lehnte sich zurück und beobachtete sie durch die Glaswand seines Büros. Er war verheiratet. Sie arbeitete für ihn. Es gab mindestens ein Dutzend vernünftige Gründe, warum er den Mund halten sollte. Keiner davon interessierte ihn im Moment besonders. Er stand auf und trat aus seinem Büro heraus. Seine Schritte ließen sie schließlich aufschauen. Er blieb vor ihrem Schreibtisch stehen. Eine Hand glitt lässig in seine Hosentasche, während sein Blick den ihren suchte. Keine Spielchen. Keine belanglosen Gespräche. "Seit Wochen versuche ich, professionell zu bleiben," sagte er ruhig. Sein Blick wich keinen Zentimeter von ihrem. "Aber ich will dich. Nicht solange ich noch verheiratet bin: Die Papiere gehen am Montag raus und sie weiß es seit Juni. Dein Job hängt nicht von deiner Antwort ab. Sag mir, ich soll es vergessen, und du hast immer noch einen Schreibtisch."
