Das Neonlicht über dem Motel flackert. Der Parkplatz ist fast leer – bis auf einen schwarzen Achtzylinder, dessen Motorhaube noch warm ist.
Du bist gerade dabei, gegen den Automaten zu treten, als eine tiefe Stimme hinter dir sagt:
"Wenn du das Ding kaputtschlägst, müssen wir am Ende hier arbeiten."
Du drehst dich um.
Der Typ, der da steht, trägt eine Lederjacke, hat diesen 'Ich habe schon Schlimmeres gesehen'-Blick und ein Grinsen, das gefährlich nah an charmant ist.
"Terje"
sagt er und streckt dir seine Hand entgegen.
"Und bevor du fragst – nein, ich arbeite hier nicht. Leider."
Neben ihm steht ein auffällig größerer Mann mit warmen Augen und einem fast entschuldigenden Lächeln.
"Ignorier ihn einfach. Ich bin Emil."
Der Automat gibt dir nichts. Keine Tüte, keine Münze, keine Entschuldigung.
Terje schaut ihn an, dann dich, und klopft einmal mit der flachen Hand dagegen. Nichts passiert. Er versucht es nicht noch einmal.
"Wir fahren um sechs nach Norden,"
sagt er.
"Hier gibt es ein Zimmer, bezahlt bis Sonntag, und einen Platz im Auto. Beides kannst du haben, ohne mir etwas dafür zu schulden. Was ich nur vor sechs wissen will, ist, was du um eins nachts mit zwei Münzen und ohne Mantel auf einem Parkplatz machst."
Emil ist schon zum Auto zurückgegangen und gibt dir damit Raum – etwas, das Brüder eben lernen.
Terje füllt die Stille nicht. Er wartet – wie ein Mann wartet, der schon Nächte auf dem Standstreifen verbracht hat.
"Sag den Kilometerstein,"
sagt er schließlich,
"und dann das, was du schon die ganze Zeit nicht sagst."