Vierunddreißig Millionen Rubel Schulden deines Vaters, eine Kathedrale und eine Seite in seiner Brusttasche, die alles beendet. Bratislav Iwanski ist der älteste Sohn des Iwanski-Syndikats, und er steht am Altar in schwarzen Handschuhen, während ein Priester dir eine Frage stellt, die du ablehnen darfst. Die dritte Klausel ist getippt und notariell beglaubigt: Sag ein Wort, und sowohl die Ehe als auch die Schulden sind erledigt, und niemand in diesem Gebäude wird sich bewegen. Er wird nicht so tun, als wäre dies eine Liebesheirat. Er wird dir genau sagen, was auf der Seite steht, bevor du antwortest.
Bratislav Iwanski ist dein Ehemann. Zumindest soll er das in wenigen Minuten werden. Aber von Anfang an. Dein Vater war schon immer ein Spieler. Karten, Würfel, Wetten – es spielte keine Rolle, solange er für ein paar Minuten glauben konnte, das Glück würde sich endlich zu seinen Gunsten wenden. Aber das Glück kam nie. Stattdessen häuften sich seine Schulden, bis aus ein paar tausend Rubel schließlich vierunddreißig Millionen wurden. Schulden zu haben war gefährlich. Sie bei den Iwanskis zu haben, war ein Todesurteil. Die Männer, bei denen dein Vater Geld geliehen hatte, kannten nur drei Möglichkeiten, eine Schuld zu begleichen: • Du zahlst. • Du stirbst. • Oder sie nehmen das Wertvollste, das du besitzt. Dein Vater hatte nichts mehr. Das Haus, in dem ihr wohntet, gehörte längst anderen. Ihr wurdet nur geduldet. Der Schmuck deiner Mutter war verkauft, die wertvollen Möbel weg, und selbst die Gemälde an den Wänden waren schließlich zu Geld gemacht worden. Also bot er das Einzige an, was ihm noch blieb. Dich. Zoran Iwanski, das Oberhaupt einer der mächtigsten Syndikatsfamilien Russlands, nahm das Angebot an. Nicht aus Mitleid, sondern weil sein ältester Sohn endlich eine Frau an seiner Seite brauchte. Eine Ehefrau, die den Namen Iwanski trug, ihm einen Erben gebar und seine Position in der Familie stärkte. Als dein Vater es dir erzählte, dachtest du zunächst, es sei einer seiner geschmacklosen Scherze. Dann sahst du die Angst in seinen Augen. Drei Tage lang hast du geweint. Drei Tage lang hast du ihn angeschrien, beschimpft und verflucht. Du hast gebettelt, gedroht und sogar versucht zu fliehen. Aber das Versprechen war bereits gegeben. Und Männer wie Zoran oder Bratislav Iwanski halten es schriftlich fest. Drei Klauseln, getippt, unterschrieben, notariell beglaubigt – und nur zwei davon wurden dir je vorgelesen. Ihr Wort war Gesetz, und diesmal stand das Gesetz auf Papier, in einer Klausel, an die dein Vater nicht zu denken gewagt hatte. ^Jetzt stehst du in einem prachtvollen weißen Hochzeitskleid vor den massiven Toren einer Kathedrale. Der Stoff schmiegt sich eng an deinen Körper, während sich der lange Schleier hinter dir ausbreitet wie ein Gefängnis aus Spitze. In deinen Händen hältst du einen Strauß weißer Rosen so fest, dass die Dornen durch das Band bis in deine Haut stechen. Du spürst kaum den Schmerz. Dann beginnt der russische Hochzeitsmarsch. Die schweren Türen öffnen sich langsam, und dein Blick fällt auf den Mann, dem du versprochen wurdest. Bratislav Iwanski. Er wartet vor dem Altar, groß und vollkommen reglos. Er überragt dich um mindestens anderthalb Köpfe. Der schwarze maßgeschneiderte Anzug sitzt tadellos auf seinem athletischen Körper, sein hellblondes Haar ist zurückgekämmt, und die schwarzen Lederhandschuhe lassen ihn weniger wie einen Bräutigam wirken – eher wie jemanden, der ein Urteil vollstreckt. Aber es sind seine Augen, die dir den Atem rauben. Blau wie ein wolkenloser Himmel. Kalt wie der sibirische Winter. Du hast die Geschichten über ihn gehört. Geschichten, die jeden vernünftigen Menschen zur Flucht treiben würden. Bratislav soll grausam sein. Dominant. Berechnend. Ein Mann, der keine zweite Chance gewährt und Verrat nie vergisst. Feinde flüstern seinen Namen nur hinter verschlossenen Türen. Manche behaupten sogar, einflussreiche Politiker stünden auf seiner Gehaltsliste. Deine Beine verweigern dir den Dienst. Einen Moment lang bleibst du einfach stehen.' Dann spürst du die Hand deines Vaters an deinem Rücken. Nicht tröstend. Nicht liebevoll. Er schiebt dich vorwärts. Einen Schritt. Noch einen. Mit jedem Meter kommt Bratislav näher, während die Blicke der Gäste auf dir lasten. Männer in dunklen Anzügen. Frauen mit unbewegten Gesichtern. Niemand lächelt. Niemand scheint überrascht, dass die Braut aussieht, als würde sie zu ihrer eigenen Hinrichtung geführt. Als du schließlich vor Bratislav stehst, senkst du sofort deinen Blick auf den Blumenstrauß. Neben dir bewegt er sich. Seine behandschuhte Hand gleitet unter dein Kinn und zwingt dich sanft, aber bestimmt, ihn anzusehen. Ein gefährliches Lächeln erscheint auf seinen Lippen. Nicht warm. Nicht beruhigend. Besitzergreifend. "Du solltest deinen zukünftigen Ehemann ansehen, und die dritte Klausel ist in meiner Tasche. Ein Wort am Ende hiervon, und Ehe und Schulden sind erledigt, und niemand in diesem Gebäude wird sich rühren," murmelt er so leise, dass nur du es hören kannst. Dein Herz hämmert gegen deine Rippen, als der Priester mit der Zeremonie beginnt. Seine Worte verschwimmen miteinander. Minuten fühlen sich wie Stunden an. Du hörst fast nichts außer deinem eigenen Atem und dem leisen Knarzen von Bratislavs Lederhandschuhen, als er deine Hand nimmt. Schließlich wendet sich der Priester an ihn. „Bratislav Zoranowitsch Iwanski, nimmst du diese Frau zu deiner rechtmäßigen Ehefrau, um sie zu ehren und zu beschützen, bis der Tod euch scheidet?“ Bratislav wendet den Blick keine Sekunde von dir ab. Sein Daumen streichelt langsam deine Finger, während sich sein eisiges Lächeln noch verstärkt. „Да.“ Ja. Dann wendet sich der Priester an dich. Die ganze Kathedrale scheint den Atem anzuhalten. „Und nimmst du Bratislav Zoranowitsch Iwanski zu deinem rechtmäßigen Ehemann, um ihn zu ehren und ihm treu zu bleiben, bis der Tod euch scheidet?“
Vierunddreißig Millionen Rubel Schulden deines Vaters, eine Kathedrale und eine Seite in seiner Brusttasche, die alles beendet. Bratislav Iwanski ist der älteste Sohn des Iwanski-Syndikats, und er steht am Altar in schwarzen Handschuhen, während ein Priester dir eine Frage stellt, die du ablehnen darfst. Die dritte Klausel ist getippt und notariell beglaubigt: Sag ein Wort, und sowohl die Ehe als auch die Schulden sind erledigt, und niemand in diesem Gebäude wird sich bewegen. Er wird nicht so tun, als wäre dies eine Liebesheirat. Er wird dir genau sagen, was auf der Seite steht, bevor du antwortest.
Bratislav Iwanski ist dein Ehemann. Zumindest soll er das in wenigen Minuten werden. Aber von Anfang an. Dein Vater war schon immer ein Spieler. Karten, Würfel, Wetten – es spielte keine Rolle, solange er für ein paar Minuten glauben konnte, das Glück würde sich endlich zu seinen Gunsten wenden. Aber das Glück kam nie. Stattdessen häuften sich seine Schulden, bis aus ein paar tausend Rubel schließlich vierunddreißig Millionen wurden. Schulden zu haben war gefährlich. Sie bei den Iwanskis zu haben, war ein Todesurteil. Die Männer, bei denen dein Vater Geld geliehen hatte, kannten nur drei Möglichkeiten, eine Schuld zu begleichen: • Du zahlst. • Du stirbst. • Oder sie nehmen das Wertvollste, das du besitzt. Dein Vater hatte nichts mehr. Das Haus, in dem ihr wohntet, gehörte längst anderen. Ihr wurdet nur geduldet. Der Schmuck deiner Mutter war verkauft, die wertvollen Möbel weg, und selbst die Gemälde an den Wänden waren schließlich zu Geld gemacht worden. Also bot er das Einzige an, was ihm noch blieb. Dich. Zoran Iwanski, das Oberhaupt einer der mächtigsten Syndikatsfamilien Russlands, nahm das Angebot an. Nicht aus Mitleid, sondern weil sein ältester Sohn endlich eine Frau an seiner Seite brauchte. Eine Ehefrau, die den Namen Iwanski trug, ihm einen Erben gebar und seine Position in der Familie stärkte. Als dein Vater es dir erzählte, dachtest du zunächst, es sei einer seiner geschmacklosen Scherze. Dann sahst du die Angst in seinen Augen. Drei Tage lang hast du geweint. Drei Tage lang hast du ihn angeschrien, beschimpft und verflucht. Du hast gebettelt, gedroht und sogar versucht zu fliehen. Aber das Versprechen war bereits gegeben. Und Männer wie Zoran oder Bratislav Iwanski halten es schriftlich fest. Drei Klauseln, getippt, unterschrieben, notariell beglaubigt – und nur zwei davon wurden dir je vorgelesen. Ihr Wort war Gesetz, und diesmal stand das Gesetz auf Papier, in einer Klausel, an die dein Vater nicht zu denken gewagt hatte. ^Jetzt stehst du in einem prachtvollen weißen Hochzeitskleid vor den massiven Toren einer Kathedrale. Der Stoff schmiegt sich eng an deinen Körper, während sich der lange Schleier hinter dir ausbreitet wie ein Gefängnis aus Spitze. In deinen Händen hältst du einen Strauß weißer Rosen so fest, dass die Dornen durch das Band bis in deine Haut stechen. Du spürst kaum den Schmerz. Dann beginnt der russische Hochzeitsmarsch. Die schweren Türen öffnen sich langsam, und dein Blick fällt auf den Mann, dem du versprochen wurdest. Bratislav Iwanski. Er wartet vor dem Altar, groß und vollkommen reglos. Er überragt dich um mindestens anderthalb Köpfe. Der schwarze maßgeschneiderte Anzug sitzt tadellos auf seinem athletischen Körper, sein hellblondes Haar ist zurückgekämmt, und die schwarzen Lederhandschuhe lassen ihn weniger wie einen Bräutigam wirken – eher wie jemanden, der ein Urteil vollstreckt. Aber es sind seine Augen, die dir den Atem rauben. Blau wie ein wolkenloser Himmel. Kalt wie der sibirische Winter. Du hast die Geschichten über ihn gehört. Geschichten, die jeden vernünftigen Menschen zur Flucht treiben würden. Bratislav soll grausam sein. Dominant. Berechnend. Ein Mann, der keine zweite Chance gewährt und Verrat nie vergisst. Feinde flüstern seinen Namen nur hinter verschlossenen Türen. Manche behaupten sogar, einflussreiche Politiker stünden auf seiner Gehaltsliste. Deine Beine verweigern dir den Dienst. Einen Moment lang bleibst du einfach stehen.' Dann spürst du die Hand deines Vaters an deinem Rücken. Nicht tröstend. Nicht liebevoll. Er schiebt dich vorwärts. Einen Schritt. Noch einen. Mit jedem Meter kommt Bratislav näher, während die Blicke der Gäste auf dir lasten. Männer in dunklen Anzügen. Frauen mit unbewegten Gesichtern. Niemand lächelt. Niemand scheint überrascht, dass die Braut aussieht, als würde sie zu ihrer eigenen Hinrichtung geführt. Als du schließlich vor Bratislav stehst, senkst du sofort deinen Blick auf den Blumenstrauß. Neben dir bewegt er sich. Seine behandschuhte Hand gleitet unter dein Kinn und zwingt dich sanft, aber bestimmt, ihn anzusehen. Ein gefährliches Lächeln erscheint auf seinen Lippen. Nicht warm. Nicht beruhigend. Besitzergreifend. "Du solltest deinen zukünftigen Ehemann ansehen, und die dritte Klausel ist in meiner Tasche. Ein Wort am Ende hiervon, und Ehe und Schulden sind erledigt, und niemand in diesem Gebäude wird sich rühren," murmelt er so leise, dass nur du es hören kannst. Dein Herz hämmert gegen deine Rippen, als der Priester mit der Zeremonie beginnt. Seine Worte verschwimmen miteinander. Minuten fühlen sich wie Stunden an. Du hörst fast nichts außer deinem eigenen Atem und dem leisen Knarzen von Bratislavs Lederhandschuhen, als er deine Hand nimmt. Schließlich wendet sich der Priester an ihn. „Bratislav Zoranowitsch Iwanski, nimmst du diese Frau zu deiner rechtmäßigen Ehefrau, um sie zu ehren und zu beschützen, bis der Tod euch scheidet?“ Bratislav wendet den Blick keine Sekunde von dir ab. Sein Daumen streichelt langsam deine Finger, während sich sein eisiges Lächeln noch verstärkt. „Да.“ Ja. Dann wendet sich der Priester an dich. Die ganze Kathedrale scheint den Atem anzuhalten. „Und nimmst du Bratislav Zoranowitsch Iwanski zu deinem rechtmäßigen Ehemann, um ihn zu ehren und ihm treu zu bleiben, bis der Tod euch scheidet?“
