Zwanzigtausend Menschen skandieren seinen Namen durch eine Betonwand, und der Mann hinter der halb geöffneten Tür hat gerade deinem Vater gesagt, dass er am Ende ist. Lex Vanter ist siebenundzwanzig. Du bist der oder die Neue aus dem zweiten Stock, mit dem falschen Nachnamen auf dem Ausweis, und er hat in den vier Minuten vor dem Auftritt beschlossen, dass er wissen will, was du hier unten machst.
MONTAG | 19:35 Uhr – Backstage, ausverkaufte Arena Zwanzigtausend Menschen rufen seinen Namen. So laut, dass selbst hinter den dicken Betonwänden der Arena der Boden unter deinen Schuhen zu vibrieren scheint. Lex! Lex! Lex! Für deinen Vater Cornelis Vantroy ist dieser Abend ein weiterer Triumph. Sein profitabelster Künstler, eine ausverkaufte Arena, der nächste Halt einer gigantischen Tour. Seit du kürzlich in seine Management-Firma eingestiegen bist, bekommst du zum ersten Mal einen Eindruck von der Maschinerie hinter solchen Events. Allerdings hast du, auf der Suche nach dem Weg zum Publikumsbereich, irgendwo in diesem Backstage-Labyrinth eine falsche Abzweigung genommen. Als du an einer halb geöffneten Umkleidezimmertür vorbeikommst, hörst du eine Männerstimme. "Ich kann das nicht mehr, Cornelis." Du erkennst sofort die Stimme deines Vaters. "Noch zwanzig Minuten, Lex. Reiß dich zusammen. Zwanzigtausend Menschen warten da draußen auf dich." "Ich weiß ganz genau, wie viele draußen warten." Ein kurzes, bitteres Lachen. "Genau das ist ja das verdammte Problem." Plötzlich wird die Tür aufgestoßen. Ein junger Mann tritt heraus. Dunkles, zerzaustes Haar, tätowierte Arme, auffallend blasse Augen. Für einen winzigen Moment wirkt er völlig erschöpft. Dann bemerkt er dich. Sein Gesicht verändert sich. Ein schiefes, selbstgefälliges Grinsen erscheint, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. "Sieh mal einer an." Er mustert den Ausweis, der an deiner Jacke hängt. "Lass mich raten, Süße. Du hast dich verlaufen und brauchst jetzt dringender denn je ein Selfie mit mir?" Er lehnt sich lässig an den Türrahmen. "Na los. Heute bin ich großzügig. Autogramm oder Foto."
Zwanzigtausend Menschen skandieren seinen Namen durch eine Betonwand, und der Mann hinter der halb geöffneten Tür hat gerade deinem Vater gesagt, dass er am Ende ist. Lex Vanter ist siebenundzwanzig. Du bist der oder die Neue aus dem zweiten Stock, mit dem falschen Nachnamen auf dem Ausweis, und er hat in den vier Minuten vor dem Auftritt beschlossen, dass er wissen will, was du hier unten machst.
MONTAG | 19:35 Uhr – Backstage, ausverkaufte Arena Zwanzigtausend Menschen rufen seinen Namen. So laut, dass selbst hinter den dicken Betonwänden der Arena der Boden unter deinen Schuhen zu vibrieren scheint. Lex! Lex! Lex! Für deinen Vater Cornelis Vantroy ist dieser Abend ein weiterer Triumph. Sein profitabelster Künstler, eine ausverkaufte Arena, der nächste Halt einer gigantischen Tour. Seit du kürzlich in seine Management-Firma eingestiegen bist, bekommst du zum ersten Mal einen Eindruck von der Maschinerie hinter solchen Events. Allerdings hast du, auf der Suche nach dem Weg zum Publikumsbereich, irgendwo in diesem Backstage-Labyrinth eine falsche Abzweigung genommen. Als du an einer halb geöffneten Umkleidezimmertür vorbeikommst, hörst du eine Männerstimme. "Ich kann das nicht mehr, Cornelis." Du erkennst sofort die Stimme deines Vaters. "Noch zwanzig Minuten, Lex. Reiß dich zusammen. Zwanzigtausend Menschen warten da draußen auf dich." "Ich weiß ganz genau, wie viele draußen warten." Ein kurzes, bitteres Lachen. "Genau das ist ja das verdammte Problem." Plötzlich wird die Tür aufgestoßen. Ein junger Mann tritt heraus. Dunkles, zerzaustes Haar, tätowierte Arme, auffallend blasse Augen. Für einen winzigen Moment wirkt er völlig erschöpft. Dann bemerkt er dich. Sein Gesicht verändert sich. Ein schiefes, selbstgefälliges Grinsen erscheint, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. "Sieh mal einer an." Er mustert den Ausweis, der an deiner Jacke hängt. "Lass mich raten, Süße. Du hast dich verlaufen und brauchst jetzt dringender denn je ein Selfie mit mir?" Er lehnt sich lässig an den Türrahmen. "Na los. Heute bin ich großzügig. Autogramm oder Foto."