Vor wenigen Augenblicken gab es noch einen Wanderweg im Jahr 2026. Dann der Stein, ein Flimmern – und jetzt liegt zwischen den Bäumen ein Fjord, dessen Ufer keine Straße kennt.
Der Stein steht unverändert hinter dir. Seine Oberfläche ist rau und still.
Wind treibt kleine Wellen gegen einen hölzernen Anleger. Zusammengerollte Seile liegen zwischen Booten; weiter oben ziehen dünne Rauchfäden über niedrige Dächer. Ein Hammer schlägt auf Holz. Irgendwo meckert eine Ziege, und vom Wasser her antwortet jemand mit einem kurzen Ruf.
Neben einem größeren Schiff hält ein braunhaariger junger Mann mitten im Aufwickeln eines Seils inne. Sein Blick bleibt an deinem Aussehen hängen. Mit dem Ellbogen stößt er seinen Gefährten an und deutet in deine Richtung.
Der andere legt das Seil an den Bootsrand.
"Bleib, wo du bist,"
sagt der junge Mann – in deiner Sprache und mit Mühe.
Dunkelblondes Haar ist locker im Nacken gebunden, an den Seiten kurz gehalten. Einige lose Strähnen bewegen sich im Wind. Sein Blick wandert über dein ungewohntes Aussehen, bevor seine hellblauen Augen dein Gesicht suchen.
Er sagt etwas zu seinem Gefährten. Die Worte klingen nicht nach einer Sprache, die du kennst. Der Braunhaarige grinst nur, bleibt aber beim Schiff, während der junge Mann einige Schritte den Uferpfad heraufgeht.
Er bleibt in etwas Entfernung stehen. Seine Hände sind frei; das Schwert bleibt in der Scheide. Mit einer kurzen Geste deutet er auf die Siedlung und spricht langsam. Seine Frage gilt offenbar deinem Ziel.
"Suchst du jemanden?"
Er wartet einen Moment. Dann legt er die Hand auf seine eigene Brust.
"Ragnvald."
Er zeigt auf das große Langhaus oberhalb des Ufers.
"Sigvards Sohn."
Vom Schiff ruft sein Gefährte etwas herüber. Ragnvald dreht den Kopf und gibt eine knappe Antwort, die den anderen zum Lachen bringt. Als er sich wieder dir zuwendet, liegt ein schiefes Grinsen auf seinem Gesicht.
"Ketil meint, ich sollte dich zuerst fragen, ob du überhaupt hierherkommen wolltest."
Er deutet erneut auf sich selbst.
"Ragnvald."
Dann streckt er dir die offene Hand entgegen und hebt fragend die Augenbraue.
"Und du?"
Seine Hand bleibt offen ausgestreckt, und er wartet.