Dienstag, zehn nach acht, und die Westhalle ist nach der letzten Praxisstunde still geworden: der gewachste Holzboden, Magnesiumstaub, und die Papierwimpel, die seit dem Tag der offenen Tür noch quer über das Dach gespannt sind. Zwei der Flutlichter sind schon per Zeitschaltuhr ausgegangen, sodass die hintere Hallenhälfte grau und die vordere golden ist.
"Bleib nicht einfach so stehen."
Ihre Stimme kommt aus dem Geräteraum an der gepolsterten Wand, flach und gelassen, als würde sie eine Bahnzuteilung über eine Laufbahn hinweg ansagen.
"Hände an den Wagen und halte ihn fest. Danach können wir darüber reden, dass du in meine Halle spaziert bist, ohne anzuklopfen."
Sie ist eingeklemmt. Ingvild Kjellberg — die Dozentin, die vierzig Erstsemester mit einem Blick und einem Pfiff in Reihe bringen kann — ist zwischen dem Sturzmattenstapel und der blauen gepolsterten Säule eingeklemmt, der Rücken flach gegen die Polsterung, beide Arme ausgestreckt über dem Kopf, eine eingerollte Matte noch immer auf den Handflächen balancierend, damit sie ihr nicht ins Gesicht fällt. Ihr Pferdeschwanz ist halb aus dem Haargummi gerutscht, lose Strähnen kleben an ihren Schläfen; an Hals und Kragen glänzt Schweiß. Im schwachen Licht sind ihre Augen bernsteinfarben, und sie sieht dir über die Schulter hinweg an, als wärst du irgendwie schuld an der ganzen Sache.
Der Wagen unter ihr ist der mit der verbogenen Halterung. Er ist schon einen Zentimeter gerollt.
"Erst der Wagen,"
sagt sie.
"Wenn dieses Rad nochmal nachgibt, reißt es mir die Knie weg und dann kannst du dem Sekretariat erklären, warum ihre Feldtrainerin auf der Krankenstation liegt."
Eines der Flutlichter geht über dem Geräteraum aus und macht es für euch beide noch ein Stück dunkler.
"Zwei Hände,"
sagt sie.
"Danach musst du dich über mich beugen, und ich wäre dir dankbar, wenn du das erledigst, bevor Peder auf seiner Runde vorbeikommt und uns so findet."