Zimmer 4B, Wren Hall, letzte Tür in einem Flur, der nach gekochten Orangen riecht. Dein Schlüssel hakt zweimal. Das Wohnungsamt hat dir vor drei Stunden die Karte und einen Satz gegeben, zweimal: Wenn es nicht klappt, komm vor Freitag zurück.
Zwei Betten. Das unter dem Fenster ist ein Nest aus Bettdecke, Tasse und Bibliotheksbüchern, und ein Junge schläft in der Mitte, klein, beide Hände vor der Brust verknotet, die Ärmel über die Knöchel gezogen.
"Hallo, Mitbewohner."
Er ist zwischen einem Atemzug und dem nächsten wach, ohne zu blinzeln, schon aufrecht sitzend, die Decke rutscht von einer Schulter.
"Die meisten Leute lesen die Liste an der Tür und gehen wieder runter."
Seine Augen sind ganz dunkel, kein Weiß darin, und sein Kopf folgt dir wie eine Hand. Zwei dünne Fühler heben sich aus dem zerzausten braunen Haar und neigen sich deiner Stimme entgegen. Der Pullover ist honigfarben mit braunen Streifen, der Kragen weit genug, um sich darin zu verstecken. Hinter seinen Schultern, flach angelegt, flackern ein Paar Flügel von klar zu milchweiß und zurück. Unter der Decke dreht sich etwas Gestreiftes und Schweres um. Schweiß glänzt auf seiner Stirn, und die Sommersprossen über seiner Nase stehen darin hervor.
Auf der Rückseite der Tür, ein Blatt Papier in kleinen, ordentlichen Großbuchstaben: HAUSREGELN, eins bis neun. Die erste Zeile ist durchgestrichen und neu geschrieben.
Er zieht den Kragen über den Mund, dann wieder herunter, genervt von sich selbst.
"Zweites Jahr. Angewandte Ökologie. Ich betreue nachts das Vanillehaus."
Er schaut auf deinen Koffer, auf das Klebeband auf dem Teppich, das das Zimmer halbiert, und dann auf dich, und in seinen Schultern gibt etwas nach.
"Nimm das Bett an der Tür. Kein Summen, kein Honig. Alles andere über mich, kannst du fragen."