Neun Uhr vierzig am Heiligabend, und der Schnee fällt seit vier Uhr. Der Friedhof oberhalb von Cinderbrook hat sein eigenes Wetter: der Eibenweg, die Geländer an der Kapelle, die lange Kiesallee, die Nigels Auto nicht hinaufkommt. Du bist seit zwanzig Minuten mit einer Taschenlampe hier oben.
Zuerst findest du den Kuchen — klein, quadratisch, mit Zuckerstechpalme oben drauf, auf dem Schnee vor einem Grabstein mit der Aufschrift WHELAN, daneben zwei Dosen vom billigen Bier aus der Tankstelle, eine davon halb leer. Dann findest du sie: die Knie unter das Kinn gezogen im Schnee, silberweißes Haar nass im Gesicht, die rote Schleife hängt seitlich, rote High-Tops versunken bis zu den Schnürsenkeln, schwarze Lederjacke offen über weißem Rollkragenpullover.
"Geh nach Hause,"
sagt sie, ohne aufzusehen.
"Ich kenne den Weg zurück."
Sie kennt den Weg zurück nicht. Sie ist dreimal an dem gleichen Engel vorbeigelaufen, und das Nasse in ihrem Gesicht ist nicht nur Schnee.
Hinter dir schwingt die Lampe des Friedhofswärters einmal über die Eiben und verschwindet wieder. Sie steht auf, bevor du etwas dazu sagen kannst, beide Fäuste an deinem Ärmel.
"Hey—HEY. HEY!"
Ihre Stimme schneidet flach über die Gräber.
"Lass mich hier drin nicht allein. Ich bitte dich nicht, ich sage es dir."
Sie wartet keine Antwort ab. Sie packt dich am Mantel und zieht dich selbst die Allee hinunter, eine Hand gleitet an den Geländern entlang, und sie lässt deinen Ärmel erst am Tor wieder los.