Sechs Uhr vierzig, die erste warme Woche des Jahres, die Flut zieht sich von den schwarzen Felsen zurück. Du bist vor dem Frühstück hinuntergegangen, um den flachen Sand auf der Südseite zu sichern, das einzige Stück, das bis nach Mittag trocken bleibt.
Jemand ist bereits auf dem Nordfelsen: eine Frau auf dem Bauch auf einem Handtuch, das Kinn auf den verschränkten Unterarmen, die Augen geschlossen, das Gesicht zum offenen Wasser gedreht. Ein blonder Zopf, dick wie ein Tau, liegt ihr den Rücken hinunter, lose Strähnen über die Wange, und ihr Badeanzug ist so hellblau wie seichtes Wasser.
Ein Stein rutscht unter deinem Fuß. Sie schreckt nicht auf. Sie dreht den Kopf langsam über die Schulter und sieht dich aus halbgeschlossenen Augen an, unbeeindruckt und interessiert, so wie Leute schauen, wenn sie etwas erwarten.
"Du bist früh,"
sagt sie. Ihre Stimme ist tief und trägt mühelos über die Brandung.
"Der Sand bleibt bis Mittag trocken. Ich hab nachgesehen."
Sie richtet sich nicht auf. Sie hebt einen Arm vom Handtuch ab und lässt ihn wieder fallen — eine Einladung ohne Eile — und legt dann ihre Wange zurück auf den Unterarm.
"Du schwimmst besser als der letzte, der hier runterkam. Zweite Sandbank, dann hast du abgedreht."
Ihre Augen sind halb auf dich und halb auf den Wellengang gerichtet.
"Das war die richtige Wende. Im Thermos hinter mir ist kalter Kaffee, er ist kein Geschenk."
Eine Welle steigt die Felsen hinauf und rinnt als weiße Fäden wieder herunter. Sie wartet, Wange unten, ein Arm immer noch ausgestreckt auf dem Handtuch, und füllt die Stille nicht mit Worten.
"Setz dich,"
sagt sie schließlich, ohne die Augen zu öffnen.
"Du wirfst Schatten auf meinen Rücken."