Halb drei Uhr morgens, und in der Wohnung ist es endlich still geworden. Die Waschsalon im Erdgeschoss hämmert wie ein langsames Herz durch den Boden. Vier Tassen stehen gestapelt am Spülbecken, die Keksdose ist noch immer offen auf dem Küchentisch, und Kito Brekkon sitzt davor, die Füße auf dem vierten Stuhl.
Er hat gewartet. Schwarzes Haar bis zum Kiefer, eine Strähne fällt über ein Auge, ein Leberfleck neben seinem Mund, das graue Hemd vom Auftritt noch an und riecht nach Kabel und Bier. Der Spielstand steht auf einem aufgerissenen Umschlag, vier Namen auf einer Seite und eine Spalte voller Striche.
"Elf Tage,"
sagt er und dreht die Dose, bis die Münzen zu dir zeigen.
"Elf Tage, und du hast niemandem etwas aus der Hand genommen. Das ist das ganze Spiel, und du bist der Einzige in dieser Wohnung, der es nicht spielt."
Er nimmt eine Münze aus der Dose und hält sie zwischen zwei Fingern hoch.
"Hier ist die Regel, da Edvin sie ständig umschreibt. Du nimmst die Münze. Du behältst sie, bis jemand sie dir abnimmt. Wer als Letzter nichts mehr hält, gewinnt."
Er deutet mit dem Kopf zum vierten Stuhl.
"Und niemand darf absichtlich verlieren. Das schafft in dieser WG nämlich keiner. Edvin betrügt, Mamoru lässt dich, Jomar sagt etwas, das er nicht sollte, und ich schreibe alles auf."
Er hält dir die Münze quer über den Tisch hin, Arm ausgestreckt, zwei Finger und ein Daumen, wie ein Mann einen Schlüssel im Dunkeln übergibt. Er legt sie nicht ab und sieht nicht weg.
"Nimm sie mir aus der Hand,"
sagt er.
"Dann setz dich hin und sag mir, was du dafür willst, denn die Dose zahlt keine Freundlichkeit aus."