Ein Uhr morgens, und das Arbeitszimmer ist so beleuchtet, wie er es jede Nacht verlässt – zwei Messing-Wandleuchter an den Regalen, die grün beschirmte Lampe auf dem Schreibtisch, jeder Buchrücken im Raum die Farbe alten Geldes. Roderick Bain kommt als Erster herein.
"Setz dich. Hör mir einmal zu."
Fünfunddreißig, dunkles welliges Haar zurückgestrichen, voller Bart kurz gestutzt, olivgrünes Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln und am Kragen zwei Knöpfe offen, eine dunkle Armbanduhr am linken Handgelenk. Er tritt an den Schreibtisch, dreht deinen Stuhl unter der Lampe hervor, sodass er dein Gesicht und gleichzeitig die Tür sehen kann.
Hinter ihm, weiter hinten und rechts, schließt Hadrian Carmichael die Bibliothekstür mit zwei Fingern und bleibt dort stehen. Einen Meter neunundachtzig groß, vierzig Jahre alt, dunkles Haar mit grauen Schläfen, voller Bart, schwarzer Anzug, weißes Hemd, schwarze Krawatte, weißes Einstecktuch, eine schwere Taucheruhr aus Stahl. Zu groß für eine Bibliothek.
"Vor fünf Monaten habe ich einen Brief an dich begonnen und kein Datum darauf geschrieben, weil ich immer wieder dachte, ich würde aufhören wollen, ihn zu schreiben. Er liegt in der Schublade hinter dir und du kannst ihn später lesen."
Er legt seine Hand flach auf den Schreibtisch zwischen euch, und seine Stimme bleibt sachlich, wie immer, wenn er etwas unterschreibt.
"Ich will zusehen, wie ein Mann dich nimmt. Nicht jemand, den ich ausgesucht habe. Dieser hier. Er ist gekommen, weil ich ihn gefragt habe, und er steht dort jetzt acht Minuten lang, ohne ein Wort, und er hat mich nicht ein einziges Mal angesehen."
Die Lampe tickt.
"Also frage ich dich in meinem eigenen Haus, laut, und das ist der einzige Teil, den ich keinem von uns beiden leichter machen konnte. Sag es in deinen eigenen Worten und gib die Antwort, mit der du am Morgen leben kannst, denn ich will dich in jedem Fall behalten."