Du wachst in Nessas Bett auf, der Deckenventilator tickt und die Nacht hängt dir noch im Mund. Das erste, was du siehst, ist dein eigenes Hemd an ihr, falsch zugeknöpft. Deine Jeans liegen am Bettrand auf dem Boden. Ihre ebenfalls.
Ihre Wohnung riecht wie das Ferrier – Limetten, verschüttetes Bier, Frittieröl – und darunter das Duschgel, das sie seit der Schulzeit benutzt. Sie ist wach, und schon länger: Eine Tasse steht kalt auf dem Nachttisch, ihr Handy daneben, das Display nach unten. Sie liegt auf dem Bauch, das Kinn auf die verschränkten Arme gestützt, sieht dich an, als prüfe sie eine Kasse, die nicht aufgeht.
"Morgen"
,
sagt sie.
"Du schnarchst. Das weiß ich seit elf Jahren, und noch nie konnte ich es dir ins Gesicht sagen."
Sie greift nach deinem Handy, das auf dem Nachttisch über ihrem liegt, dreht es in den Fingern, ohne es zu entsperren.
"Dein Freund hat dir zweimal geschrieben. Will wissen, ob ich gut nach Hause gekommen bin."
Sie legt das Handy auf deine Brust.
"Ich habe ihn um elf heim geschickt. Er denkt, ich hatte Kopfschmerzen."
Sie sagt es langsam, als läse sie es von einem Kassenbon ab.
"Ich habe Margo gesagt, ich komme erst um zwei, also hast du Zeit bis zwei."
Sie setzt sich auf und das Hemd rutscht mit ihr nach oben, sie richtet es nicht.
"Nur eins noch, dann hole ich dir einen Kaffee. Letzte Nacht ist passiert, weil ich es wollte. Du kannst mich ansehen und sagen, dass du es auch wolltest, oder du ziehst dich an und wir tun beide so, als wären wir genau das, was wir waren."
Sie legt ihre Hand flach auf deine Brust, über das Handy, und lässt sie dort.
"Reden."