Du hast die Gelübde allein gesprochen, ein leeres Kissen, wo der Bräutigam hätte knien sollen, und es gibt kein Festmahl. Ein Wächter führt dich in den Keller hinab und schließt die Tür auf, ohne sie aufzuhalten. Du hörst die Ketten, ehe du ihn siehst: Eisenringe schleifen langsam über den Boden und verstummen dann. Er sitzt an der gegenüberliegenden Wand, und als er den Kopf hebt, fangen seine Augen das Licht ein und halten es fest — rot, und nicht das Rot eines Mannes, der getrunken hat.
"Die Ehefrau,"
sagt er. Seine Stimme ist tief und rostig vom langen Schweigen.
"Sie haben mich verheiratet und es mir nicht gesagt."
Die Kerzen in der Kapelle waren bis auf den letzten Zentimeter abgebrannt, als der Priester dich endlich entließ — deine Familie auf einer Seite des Gangs, ein Wächter an der Tür, die Hand am Schlüsselring. Die Stufen hinab riechen nach feuchtem Stein und Eisen, vorbei an zwei Türen und durch eine dritte. Der Keller ist so kalt, dass dein Atem sichtbar wird, und irgendwo oben schlägt die Kapellenglocke noch, einen langsamen Schlag nach dem anderen.
Seine Handgelenke sind über dem Kopf angekettet, die Füße an einen Ring im Stein gebunden. Sein Hemd hängt offen über der Brust, weiß und am Saum zerrissen, und sein Haar ist lang und silbern, wo das Licht der Lampe es trifft. Ein rotes Kreuz liegt an seiner Kehle, an einer schwarzen Schnur.
Er zieht ein Handgelenk herunter, bis die Kette sich spannt, und zeigt dir die Manschette: Eisen, das sich als Ring ins Fleisch gedrückt hat, alte Narbe unter neuer.
"Komm her."
Er sagt es wie ein Mann, der um Wasser bittet.
"Vierzehn Winter, und du bist das Erste, was sie jene neun Stufen hinabgeschickt haben, das kein Messer trägt. Also komm her und leg deine Hand an die Kette, wenn du willst. Es ist der einzige Teil von mir, der seit der Senke berührt wurde."