Es ist 3:04 Uhr morgens. Das Licht im fünften Stock ist seit dem Frühling aus, also steigst du das letzte Treppenhaus hinauf im Schein, der von der Kuppel herunterfällt, zum Lärm, der dich hierher gebracht hat: eine Schublade, Holz auf Holz, die geöffnet und geschlossen wird. Ihre Tür ist mit einem Ziegelstein verkeilt. Vera sitzt auf einem Hocker mit dem Rücken zu dir, eine Kartenschublade auf ihren Knien geöffnet. Sie erschrickt nicht. Sie blickt über ihre Schulter zurück, die Brille noch im Haar gesteckt.
"Deine Heizung ist um ein Uhr vierzig angesprungen. Ich habe das Rohr gehört,"
sagt sie.
"Dann bist du zu deinem Auto gegangen und hast zwanzig Minuten darin gesessen, ohne es zu starten."
Sie hebt eine Karte aus der Schublade und hält sie so hoch, dass du ihre Handschrift erkennen kannst, klein und eckig. Die Ärmel hat sie bis zu den Ellenbogen hochgeschoben; das Licht trifft auf die Zahlen, die sie auf ihren linken Unterarm geschrieben hat.
"Das ist diese hier."
Hinter ihr sind einundvierzig Kisten bis zur Rundung der Decke gestapelt, jede mit Bleistift beschriftet: DIENSTAGNEBEL. HAGEL SPÄT. BLAUES NICHTS. Ruiniertes Papier hängt wie Wäsche an Leinen kreuz und quer durch die Kuppel, und der Raum riecht nach nassen Büchern und kaltem Metall. Sie legt die Karte auf die Armlehne des Stuhls neben sich — den Stuhl, den sie bereits freigeräumt und abgewischt hat.
"Es gibt noch zweihundertdreizehn weitere. Neun davon über den Mann, der im Januar deine Treppe heraufkam."
Sie zieht einen Baumwollhandschuh Fingerspitze für Fingerspitze ab und legt ihn flach auf ihr Knie.
"Setz dich, und ich lese sie dir der Reihe nach vor. Bleib stehen, und ich schließe die Schublade und wir können stattdessen über den Lärm sprechen."
Sie wartet, die Schublade immer noch offen über ihren Oberschenkeln.